Will ein Mieter ein Taubennetz oder ein Katzennetz am Balkon anbringen, muss der Vermieter dem zustimmen, wenn dieses niemanden stört und auch nicht in die Bausubstanz eingegriffen wird ( ä.a. AG Köln). Wird ein Vorhang um einen Balkon gehüllt, kann der Mieter seine Wohnung nicht mehr vertragsmäßig nutzen.(AG Münster). Zur vertragsgemäßen Nutzung des Balkons gehört auch immer eine Sicht zu haben, die schon beim Einzug vorhanden war. Ein Mieter kann die Miete mindern, wenn der Blick durchs Fenster dadurch eingeschränkt wurde, weil beim Nachbarn darüber ein Balkon angebaut wurde. (AG Hamburg-Wandsbek). Ein Mieter ist aber nicht berechtigt, die Miete zu mindern, wenn an einem Nachbarhaus nachträglich Balkone angebracht werden, welche die Nutzungsmöglichkeit seines Balkons einschränken.

Mieterhöhung für die Modernisierung

unzumutbar

Führt eine geplante Modernisierungsmaßnahme zu einer unverhältnismäßigen Mieterhöhung, muss der Mieter diese Baumaßnahme nicht dulden (AG Wiesbaden). Ein Mieter kann seinen Balkon so gestalten, wie er möchte. Auch Rankgitter und Kletterpflanzen dürfen befestigt werden, wenn diese das Mauerwerk nicht schädigen. Auch an einem Regenwasserrohr dürfen Pflanzen ranken, da das dem Rohr nicht schädigt. (ä.a. AG Schöneberg) Wachsen Balkonpflanzen so weit hinunter, dass sie den Nachbarn darunter stören, müssen sie zurückgeschnitten werden.  LG Berlin Blumenkübel dürfen aufgestellt werden, wenn sie nicht so schwer sind, dass sie dauernde Schäden hinterlassen. Notfalls muss hier etwas untergelegt werden. Blumenkästen dürfen auch an der Außenseite des Balkons befestigt werden. Sie müssen aber sicher angebracht werden, so dass sie auch bei starkem Wind nicht herabstürzen können. Der Mieter hat darauf zu achten, dass Gießwasser, nicht die Fassade, anderer Gebäudeteile beeinträchtigt. AG München, Fallen so viele Blüten, Blätter und sonstiges auf den eigenen Balkon vom Nachbarn, so dass dieser nicht mehr nutzbar ist, kann der Mieter die Miete mindern, wenn der Vermieter nicht für Abhilfe sorgen kann. LG Berlin. Normalen Blütenbefall und Gießwasser gelegentliches Gießwasser  müssen sich Mieter aber gefallen lassen, wenn die Nutzung dadurch nicht beeinträchtigt ist und es auch keinen übermäßigen Aufwand darstellt, ein paar Blätter wegzukehren. Das Anbauen von Cannabispflanzen in erheblichem Umfang (14 Stück) berechtigt den Vermieter zur fristlosen Kündigung. LG Ravensburg Rankgewächse, wie z.B. Efeu und Wilder Wein mit Haftwurzeln, die die Fassade beschädigen können, sind nicht ohne Zustimmung des Vermieters zulässig. Das gilt nicht für Knöterich. AG Köln

Katzennetz

Bringt ein Mieter, ohne die Zustimmung

des Vermieters, ein großes Katzennetz an

seinen Balkon an, kann der Vermieter die

Beseitigung verlangen, auch wenn die

Katze dadurch nicht mehr geschützt wäre.

AG Wiesbaden

Party

Feiert ein Mieter auf seinem Balkon eine Party und verursacht Lärm zwischen 22 Uhr und 6 Uhr und es stört mehrere Mietparteien, muss der Mieter mit einem Bußgeld rechnen, wenn es zur Anzeige gebracht wird. Der Mieter haftet auch für seine Besucher. ä.a.OLG Düsseldorf

Instandsetzung

Der Balkon gehört zur Mietwohnung und deswegen muss der Vermieter diesen auch instandhalten. Er darf eine Reparatur und einen Neu-anbau auch nicht verweigern, weil dieser Aufwand zu teuer wäre. LG Berlin

Mieterhöhung 

Auch ein kleiner Balkon mit nur 1 m Tiefe, der sich an einer Hauptverkehrsstraße befindet, ist ein nutzbarer Balkon im Sinn der Orientierungshilfe zur Spanneneinordnung zum Berliner Mietspiegel. Groß und geräumig im Sinne des Berliner Mietspiegel ist ein Balkon nur, wenn auf ihm ein Tisch und mehr als zwei Stühle Platz finden. AG Lichtenberg Ein nicht existierender Balkon ist genauso negativ zu bewerten wie ein vorhandener, jedoch nicht nutzbarer Balkon und damit ein wohnwertminderndes Merkmal im Sinne der Orientierungshilfe zur Spanneneinordnung des Berliner Mietspiegels.

Mietminderung und Balkon

Befinden sich im Hause Gaststätten mit Vorgärten, von denen Lärm ausgeht, der die Nutzbarkeit des Balkons stark beeinträchtigt, kann der Mieter die Miete mindern. AG Lichtenberg(Ausschlaggebend kann jedoch auch sein, ob der Mieter vor der Anmietung von diesen Beeinträchtigen wusste.) Ist der Balkon ständig verschmutzt, weil Taubennester in der Nähe sind, ist eine Mietminderung in Höhe von fünf Prozent zulässig. Der Eigentümer ist verpflichtet, durch Sicherungsmaßnahmen die Taubenplage möglichst einzudämmen, damit der Balkon vertragsgemäß genutzt werden kann. AG Hamburg, Bei übermäßig starken Verschmutzungen durch Tauben muss der Vermieter einschreiten und die "Taubenplage" bekämpfen. BayObLG

Modernisierung

Ein nachträglich angebauter Balkon, den

der Vermieter nicht angekündigt hat und

den der Mieter gar nicht haben will, kann

einen Mangel darstellen, wenn keine

Balkontür eingebaut wird und der

Lichteinfall in die Wohnung reduziert

wurde.  ä.a.AG Lichtenberg

Rauchen auf dem Balkon Rauchen auf dem Balkon eines Nachbarn rechtfertigt keine Mietminderung. Denn auch wenn Autos die Luft verpesten oder Spaziergänger vor dem Haus rauchen, bestehe kein Rechtsanspruch darauf, dass Vermieter für reine Luft sorgen. Mit Passivrauchen in einem geschlossenen Raum sei die Intensität der Belästigung nicht vergleichbar. AG Wenningse

Schönheitsreparaturen

Die malermäßige Behandlung des Balkons gehört nicht zu den Schönheitsreparaturen. AG Wedding.  Das ist Sache des Vermieters. Bohrungen sind genauso zulässig, wie Bohr- und Dübellöcher in der Wohnung  selbst. LG Nürnberg-Fürth Verpackter Balkon Markisen und Sonnenschirme sind zwar üblich auf einem Balkon, aber einen Balkon in einen geschlossenen Raum zu verwandeln, muss vom Vermieter nicht geduldet werden. AG Münster Eine Bastmatte, die den Blick durch die Plexiglasscheiben der Balkonbrüstung verhindert, stellt keine optische Beeinträchtigung der Hausfassade dar, wenn sie die Höhe der Balkonbrüstung nicht überschreitet und farblich einigermaßen zur Fassade passt. Ein derartiger Eingriff dient zum Schutz der Intimsphäre und muss vom Vermieter geduldet werden. AG Köln Bei Balkonverglasungen oder Markisen handelt es sich um bauliche Veränderungen, die der Mieter nicht ohne Zustimmung des Vermieters anbringen darf. BayObLG,

Verschmutzung

Die normale Alltagsreinigung des Balkons ist Angelegenheit der Mieter. Dazu gehört auch das regelmäßige Überprüfen der Abflusssiebe. Dabei handelt es sich um eine harmlose Tätigkeit, die dem Mieter durchaus zuzumuten ist. LG Berlin,

Wäsche trocknen

Der Mieter ist grundsätzlich dazu berechtigt, auf dem Balkon Wäsche aufzuhängen. Das gilt auch dann, wenn im Mietvertrag steht, dass in der Wohnung keine Wäsche getrocknet werden darf, denn dieser gehört nicht zum Innenraum der Wohnung. AG Brühl, Selbst wenn die Hausordnung das Wäschetrocknen auf dem Balkon verbietet, dürfen zumindest kleinere Wäschestücke dort aufgehängt werden. Auch das Aufstellen eines Wäscheständers ist zulässig. Das gilt auch für eine fest montierte Wäschestange oder Wäscheleinen. AG Euskirchen

Recht des Mieters auf Anbringen einer

Markise  – AG München

Ein Mieter kann von seinem Vermieter verlangen, dass er zustimmt, wenn der Mieter eine Markise an seinen Balkon anbringen will. Dafür muss der Mieter aber auch zusichern, dass er diese beim Auszug wieder entfernt. Der Vermieter kann auch nicht darauf verweisen, dass der Mieter ja Sonnenschirme aufstellen kann. Sonnenschirme beeinträchtigen das Erscheinungsbild nicht weniger als eine Markise.
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