Im Mietvertrag kann die Zahlung der Nebenkosten als Vorauszahlung oder als Pauschale vereinbart sein.  Der Unterschied zwischen Vorauszahlung und Pauschale besteht darin, dass bei der Vorauszahlung nur die tatsächlich angefallenen Kosten vom Mieter zu tragen sind. Es muss eine jährliche Nebenkostenabrechnung erfolgen, bei der geprüft wird, ob die Vorauszahlungen mit dem tatsächlichen Verbrauch übereinstimmen. Wird monatlich eine Pauschale gezahlt, erfolgt keine Nachzahlung bzw. Rückerstattung am Jahresende. Der Vermieter ist jedoch berechtigt, die monatliche Pauschale zu erhöhen, wenn das im Mietvertrag festgehalten ist. Unzulässig ist eine rückwirkende Erhöhung der Vorauszahlung (AG Bergisch Gladbach), Sind die Betriebskosten gestiegen, so darf der Vermieter durch einseitige Erklärung nach einer Abrechnung eine Anpassung der Vorauszahlung auf eine angemessene Höhe vornehmen. Die Zustimmung des Mieters ist nicht erforderlich. Die erhöhte Vorauszahlung schuldet der Mieter mit Beginn des auf die Erklärung folgenden übernächsten Monats. Der Vermieter muss dennoch begründen, warum sich die Betriebskosten erhöht haben. Jedenfalls, wenn es sich um verbrauchsunabhängige Kosten handelt. Vorauszahlungen bedeutet, der Mieter muss jährlich eine Nebenkostenabrechnung erhalten. Wurde im Mietvertrag eine Betriebskostenpauschale vereinbart, so kann der Vermieter seit dem 01.09.2001 nur noch dann Betriebskostenerhöhungen auf den Mieter umlegen, wenn diese Möglichkeit im Mietvertrag vereinbart wurde oder der Mieter der Erhöhung zustimmt. Die Erklärung muss in Textform erfolgen und den Grund für die Umlage bezeichnen, der für den Mieter nachvollziehbar erläutert werden muss. Die erhöhte Pauschale schuldet der Mieter mit Beginn des auf die Erklärung folgenden übernächsten Monats. Haben sich die Betriebskosten rückwirkend erhöht, wirkt die Erhöhungserklärung auf den Zeitpunkt der Erhöhung der Betriebskosten, höchstens jedoch auf den Beginn des der Erklärung vorangegangenen Kalenderjahres zurück. Vorauszahlungen dürfen nach dem Gesetz (§ 556 BGB) nur in angemessener Höhe vereinbart werden. Sie sind an der Höhe der voraussichtlichen Betriebskosten auszurichten und dürfen sie nicht erheblich übersteigen. Als Beurteilungskriterium gelten die Betriebskosten des vergangenen Abrechnungszeitraums. Sind die Vorauszahlungsbeträge viel zu hoch angesetzt, kann der Mieter sie auf ein angemessenes Maß reduzieren. Veranschlagt der Vermieter die Betriebskostenvorauszahlung trotz Nachfrage des Mietinteressenten pflichtwidrig zu gering, kann er keinen Nachzahlungsanspruch aus der späteren Abrechnung geltend machen (AG Hannover). Sind im Mietvertrag Vorauszahlungen auf die Nebenkosten nicht vorgesehen, muss der Mieter auch keine monatlichen Beträge zahlen (AG Daun). Informiert der Vermieter seinen Mieter bei Abschluss des Mietvertrages nicht über die Höhe der tatsächlich zu erwartenden Nebenkosten, obwohl er deren Höhe kennt oder kennen musste, so hat der Mieter wegen einer sog. "vorvertraglicher Pflichtverletzung" einen Anspruch auf Schadensersatz. LG Karlsruhe Der Vermieter ist zu Nachforderungen auch dann berechtigt, wenn die vereinbarten Betriebskostenvorauszahlungen deutlich zu gering waren, es sei denn, er hat den Mieter über die Höhe der Betriebskosten  getäuscht. Die bloße Vereinbarung von Vorauszahlungen schafft bei einem Mieter keinen Vertrauensschutz in der Richtung, dass die tatsächlichen Nebenkosten in etwa durch die Vorauszahlung abgedeckt wären. Macht allerdings der Vermieter bewusst falsche Angaben, etwa in der Absicht, den Mieter so zum Vertragsabschluß zu bewegen, und erkennt der Vermieter, dass die Höhe der Nebenkosten für den Mieter eine wesentliche Bedeutung hat, sieht er sich zahlreichen Ansprüchen gegenüber. Der Mieter hat dann z.B. die Möglichkeit, den Mietvertrag wegen arglistiger Täuschung von Anfang an anzufechten oder kann Schadensersatz wegen vertraglicher Nebenpflichtverletzungen oder Freistellung von dem Differenzbetrag zwischen den zu niedrig angesetzten und den tatsächlichen Betriebskosten verlangen. OLG Hamm Der Mieter ist nicht berechtigt, die Nachzahlung von Betriebskosten zu verweigern, wenn der Vermieter bei einer vereinbarten Nettokaltmiete die Vorauszahlungen auf die Betriebskosten zu gering angesetzt hat. Auch wenn der Mieter wegen der Verletzung von vorvertraglichen Aufklärungspflichten des Vermieters Schadensersatz verlangen kann, ist er nicht berechtigt, die Nachzahlung auf die Betriebskosten zu verweigern. AG Tempelhof-Kreuzberg,   Liegen keine besonderen Umstände vor, so begeht der Vermieter keine Pflichtverletzung beim Vertragsschluss, wenn er mit dem Mieter Vorauszahlungen für Nebenkosten vereinbart, die die Höhe der später anfallenden tatsächlichen Kosten nicht nur geringfügig, sondern auch deutlich unterschreiten. Der Mieter hat einen Zinsvorteil, wenn die Vorauszahlungen geringer sind. Der Vermieter könnte sogar gar keine Vorauszahlungen verlangen, und dann nur am Ende des Wirtschaftsjahres abrechnen. Ein Vertrauenstatbestand dergestalt, dass die Vorauszahlungen auch den tatsächlichen Kosten entsprechen müssen, wird nicht geschaffen.    
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